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Das Netzwerk EUREGIO Inntal nutzen

Vorstand der Euregio Inntal

Jugendveranstaltungen und Mautdebatte prägten das Jahr in der EUREGIO Inntal

Oberaudorfs Bürgermeister Hubert Wildgruber ist neuer Präsident der EUREGIO Inntal – Chiemsee – Kaisergebirge – Mangfalltal. In der Generalversammlung im Gasthof „Alte Post“ im bayerischen Flintsbach wurde Wildgruber einstimmig in sein neues Amt gewählt. Sein Stellvertreter ist der bisherige Amtsinhaber, Professor Walter J. Mayr aus Kufstein.

Wildgruber wünschte sich von den Mitgliedern der Euregio, die sehr gute Zusammenarbeit fortzusetzen. Es sei entscheidend, miteinander anzupacken und dieses Netzwerk so gut wie möglich zu nutzen. Seit er das Amt des Bürgermeisters von Oberaudorf im Jahr 2002 übernahm, engagiert sich Wildgruber in der Euregio Inntal, zuletzt als Vorstandsmitglied.

Vor den Neuwahlen hatte der scheidende Präsident Prof. Mayr in seinem Geschäftsbericht auf das vergangene Jahr zurückgeblickt. Mayr setzt in Sachen  europäische Zukunft auf die Jugend. Sie fühle sich schon mehr als Europäer als die älteren Generationen, meinte er zur Begründung. So trafen sich an der Johann-Rieder-Realschule in Rosenheim im Rahmen einer Euregio-Schulmesse Schülerinnen und Schüler von 20 Schulen aus dem Landkreis Rosenheim und den Bezirken Kufstein und Schwaz zum Erfahrungsaustausch. Gefördert durch ein INTERREG-Kleinprojekt in den „MINT-Fächern“, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, probierten Schülerinnen und Schüler der Johann-Rieder-Realschule und der Kufsteiner Neuen Mittelschule 2 in gemeinsamen Gruppen Robotik aus. Und erst im Mai hatten mehr als 100 jugendliche Teilnehmer aus dem Landkreis Rosenheim und aus der Stadt Kufstein in einer dreitägigen Veranstaltung in der Kufstein-Arena unter dem Motto „wir können mitreden – wir wollen mitgestalten“ ihre Wünsche und Erwartungen mit verantwortlichen Politikern diskutiert.

Mayr bedauerte, dass es trotz großen Einsatzes nicht gelang, die Mautkontrollen zwischen der Staatsgrenze und der Ausfahrt Kufstein-Süd zu verschieben. Gemeinsames Ziel war es, die Mautkontrolle bis zum Beschluss eines zeitgemäßen Mautgesetzes in Österreich in Abstimmung mit dem geplanten Mautgesetz in Deutschland nicht in Kraft zu setzen.

Ein sehr großes Lob gab es für die Rosenheimer Hagelflieger, die auch 18 Gemeinden im Tiroler Unterland betreuen. Nach Mayrs Angaben waren die Piloten heuer bereits drei Mal im Raum Kufstein im Einsatz. Er zeigte sich überzeugt davon, dass sie großen Schaden verhinderten. In einem der drei Fälle habe es in Kärnten Schäden in Höhe von 20 Millionen Euro gegeben.

Die Klimaveränderung mache eine eigene Hagelabwehr in Tirol notwendig, so Mayr weiter. Ein Hagelforschungsverein sei bereits gegründet und im nächsten Jahr solle die erste eigene Maschine im Einsatz sein. Nach Mayrs Angaben soll das Flugzeug in St. Johann stationiert werden. Bei der Anschaffung der Maschine hofft er auf Unterstützung durch das Rosenheimer Landratsamt.

Ohne Erfolg blieben von der Euregio Inntal initiierte grenzüberschreitende Jagd- und Forstgespräche. Wegen der unterschiedlichen Schonzeiten dies- und jenseits der Grenze wechselt das Rotwild im Januar in die sicheren Tiroler Wälder und richtet dort erhebliche Schäden an den Bäumen an. Das bayerische Landwirtschaftsministerium hatte den bayerischen Revierinhabern freigestellt, ihre Abschusspläne eigenverantwortlich zu erfüllen. Das bedeutet, sie hätten die Möglichkeit gehabt, sich den Schonzeiten in Tirol anzupassen. Die Freiwilligkeit hatte hier seine Grenzen, meinte Mayr.

Für die Zukunft hat sich die EUREGIO Inntal einiges vorgenommen. So unternimmt sie einen neuerlichen Versuch, mehrere grenzüberschreitende Buslinien als Teil des regionalen Netzes im Öffentlichen Personennahverkehr einzurichten. Zudem wurde die Euregio von der Tiroler Landesregierung gebeten, für die neue Leader-Region „Kaisergebirge“ interessierte Gemeinden zu finden. Dieses neue Projekt soll laut Mayr im kommenden Jahr aus der Taufe gehoben werden.

Rosenheims Landrat Wolfgang Berthaler forderte die Mitglieder der EUREGIO Inntal auf, weiter dynamisch gemeinsame Ziele zu verfolgen. Es habe so viele sinnvolle Entwicklungen gegeben, ohne dass auf die Grenze geachtet wurde. Berthaler zeigte sich überzeugt davon, dass sich die Region weiter hervorragend entwickeln werde.

Abschließend beleuchteten Margit Exenberger vom Arbeitsmarktservice Kufstein und Bernhard Schober, der EURES-Berater der Agentur für Arbeit in Rosenheim die Arbeitsmarktbezirke Kufstein sowie Stadt und Landkreis Rosenheim. Sie stellten eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten fest. Beispielsweise gibt es in beiden Bezirken ähnliche Branchenschwerpunkte. Aufgrund des guten Branchenmixes sind beide Arbeitsmärkte robust und beide Bezirke sind beliebte Zuzugsregionen. Im Alltag unterstützen sich der Arbeitsmarktservice Kufstein und die Agentur für Arbeit in Rosenheim bei der Besetzung offener Stellen.

 

Euregio-Inntal-Vorstand-25.06.13

 

Rückfragehinweis:

EUREGIO Inntal – Chiemsee – Kaisergebirge – Mangfalltal
GF Mag. (FH) Walter Weiskopf
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