Eine Erde ist nicht genug. Um unseren Ressourcenbedarf nachhaltig zu decken, bräuchten wir 1, 8 Erden. Wobei die Industrie-Länder damit nicht auskommen. Die weltweiten CO2-Emissionen, Energieverbrauch und Bodenversiegelungen durch die Zunahme der Weltbevölkerung, trugen besonders in den letzten Jahrzehnten zur rasanten Klimaveränderung bei. Die Piloten der Hagelabwehr-Flugzeuge bemerken das seit Jahren auf ihren Einsatzflügen. Die Unwetter kommen schneller, sind heftiger und kleinräumiger. Für die Hagelflieger, die uns in den letzten 25 Jahren vor vielen Hagelschäden schützen konnten, war dies beim schweren Unwetter am 09. Juni 2024 nicht mehr möglich. Sie hätten selbst ihr Leben gefährdet. Über 190 Personen nahmen am 12.März 2026 an der Klima-Veranstaltung des Hagelabwehr- und Forschungsverein Tirol mit den Partnern: Bezirksfeuerwehrverband Kufstein, Fachhochschule Kufstein, EUREGIO Inntal, Regionalmanagements KUUSK und REGIO3, sowie dem Kiwanis-Club Kufstein, im Festsaal der Fachhochschule Kufstein teil. Der BVF Kufstein war mit 90 Feuerwehrmitgliedern sehr stark vertreten. Verständlich das Interesse, denn die Klimaveränderung fordert die Feuerwehren und andere Blaulicht-Organisationen zu Einsätzen, wie z. B. bei Stürmen, Waldbränden, Starkregen Hochwässern und Hagelniederschlägen immer mehr heraus. DI Thomas Schmiedinger, Prof. für Maschinenbau und Digitalisierung an der Fachhochschule Kufstein, stellte sein Forschungs-Projekt „Alpine-IoT“ Nachhaltige Lösungen zum Schutz und zur Stärkung der Resilienz des alpinen Lebensraumes vor. Es geht um die Entwicklung einer leichtgewichtigen und modularen Wetterstation zur Erfassung von Echtzeit-Wetter- und Energiedaten. Es sollen daraus Erkenntnisse für weitere Projekte in den Bereichen Meteorologie und digitale Technologien gewonnen werden. Dr. Stefan Kienberger, Leitung Risk-Lab Wetter, Klima und Naturgefahren der Geo-Sphere Austria, stellte im Vergleich der Wintertemperatur 2025/2026 mit dem Zeitraum von 1991-2020 einen Anstieg um 1,2% Grad fest. Im Vergleich mit dem Zeitraum von 1961-1990 waren es bereits +2,4 %. Die Hitzewelle 2018 in Europa führte zu einer Übersterblichkeit. Wetter- und klimabedingte Schäden könnten künftig auf € 2 Mrd. pro Jahr steigen, falls nicht gehandelt werde. In der vorindustriellen Zeit war die Erderwärmung einigermaßen stabil. Zwischen 1970-2020 nahm sie um +3 Grad zu. Das Pariser Klimaziel von +1,5 Grad ist bereits bei uns überschritten. Bei konsequenten globalen Klimaschutz könnte sich die Erderwärmung knapp über dem aktuellen Niveau halten. Dazu sind aber drastische Maßnahmen notwendig. DI Markus Wallner, Leiter der Bezirksfortinspektion Kufstein referierte zum Thema: Wetterextreme, neue Herausforderung für den Bergwald. Beispiel das Unwetter vom 09. Juni 2024, das schwere Hagelschäden an Immobilien, Mobilien und den Wäldern der Gemeinden Schwoich, Söll, Ellmau und Langkampfen verursachte. Chaos war auf der Inntal-Autobahn. Auf der Eiberg-Bundesstraße waren über 30 Auto davon betroffen. Eine Waldfläche von 1.500 ha wurde vom Hagelschaden zerstört. Kiefern, Tannen und Fichten waren schwer getroffen. Laubbäume wie Buche und Bergahorn erholten sich teilweise wieder. Totholz wurde im Wald als Schattenspender und als Fangbäume für den Borkenkäfer belassen. Aufbau eines Borkenkäfer-Monitoring. Die gemeinsame Aufforstung mit 200 Freiwilligen soll 2026 fortgesetzt werden. Öffentlichkeitsarbeit erfolgte in den betroffenen Waldgebieten durch Infotafeln an den Wanderwegen und Infoabende in allen Gemeinden. DI Dr. Alois Simon MSc, Land Tirol Forstplanung, informierte über die Strategien und Konzepte des Landes Tirol. Beispiele: Führung der Walddatenbank, Vorschläge für die nachhaltige Bewirtschaftung zum Schutz der Wälder vor Naturgefahren und Erhaltung der Bio-Diversität. Waldtypisierung zur Standortkunde für die Sicherung der Multifunktionsfähigkeit des Waldes als Schutz-, Nutz- und Erholungswald. Höhenbezogene Vorschläge für die zukünftige Bewirtschaftung als Mischwälder mit klimaresistenten Baumarten wie z. B. Traubeneiche, Stieleiche und Rotbuche.Prof. Thomas Schmiedinger, der die folgende Diskussion leitete, konnte abschließend feststellen, dass von den Zuhörern sehr sachliche Fragen gestellt und von den Referenten sehr fundiert beantwortet wurden.
PA von Ehrenpräsident Walter J Mayr


