Am 1. April 2025 fand an der FH Kufstein Tirol ein hochkarätiger Vortrag von Dr. Othmar Karas, Präsident des European Forum Alpbach und Erster Vizepräsident des Europäischen Parlaments a.D., statt. Unter dem Titel „Europa unter Druck“ sprach Dr. Karas auf Einladung der Euregio Inntal vor rund 200 ZuhörerInnen, darunter viele Studierende, Bürgermeister aus Bayern und Tirol und hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft.
Die Veranstaltung wurde von der Euregio-Inntal-Präsidentin Barbara Schwaighofer eröffnet, die die Gäste herzlich begrüßte, darunter Ehrengäste wie Bezirkshauptmann von Kufstein, Dr. Kurt Berek, Bezirkshauptmann von Kitzbühel, Dr. Michael Berger, Bürgermeister der Stadt Kufstein, Mag. Martin Krumschnabel, Ehrenpräsident der Euregio Inntal, Walter J. Mayr, sowie Dr. Josef Eder, Obmann der Regio 3.
Anschließend sprach Bezirkshauptmann Dr. Kurt Berek, welcher Dr. Karas als einen leidenschaftlichen Verfechter Europas würdigte. Gerade in Zeiten wie diesen, so Bezirkshauptmann Berek, sei das europäische Friedensprojekt wichtiger denn je.
Auch Prof. (FH) Dr. Thomas Madritsch, Geschäftsführer der FH Kufstein Tirol, hieß die Anwesenden willkommen und betonte die internationale Ausrichtung der Hochschule. „Über Grenzen hinauszudenken und mit offenen Augen die Welt kennenzulernen – das ist ein zentraler Bestandteil unserer Ausbildung“, so Madritsch.
Euregio-Präsidentin Barbara Schwaighofer stellte im Anschluss die beeindruckende Laufbahn von Dr. Karas vor. Er war über Jahrzehnte hinweg eine prägende Figur im Europäischen Parlament und setzte sich zuletzt als dessen Vizepräsident intensiv für europäische Belange ein. Nun bringt er sein Wissen als Präsident des European Forum Alpbach ein.
Ein leidenschaftliches Plädoyer für Europa
In seinem Vortrag skizzierte Dr. Karas die Herausforderungen, vor denen Europa heute steht. Er erinnerte an den Beitritt Österreichs zur EU vor 30 Jahren und betonte die immense Bedeutung der europäischen Integration: „Unsere Chancen enden nicht an nationalen Grenzen. Gerechtigkeit, Wohlstand und Sicherheit müssen über Grenzen hinweg gedacht werden.“
Er verwies auf die Errungenschaften der EU, die für viele heute selbstverständlich erscheinen – etwa die Abschaffung der Grenzkontrollen, gebührenfreies Telefonieren oder die Möglichkeit, ohne Währungsumtausch in anderen EU-Ländern zu reisen und zu studieren. Doch die Welt verändere sich rasant, und Europa stehe vor großen Herausforderungen: Klimawandel, Digitalisierung, soziale Ungleichheit, geopolitische Spannungen und der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine.
Besorgt zeigte sich Karas über die wachsende Polarisierung in vielen Ländern: „Putin zerstört die europäische Friedensordnung, Trump und Le Pen stellen nationalistische Interessen über grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Doch Europa darf nicht nur reagieren – wir müssen eigene Antworten finden und aktiv gestalten.“
Er rief insbesondere junge Menschen dazu auf, sich aktiv in die demokratischen Prozesse einzubringen: „Demokratie lebt von Mitbestimmung. Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, stellen Sie Fragen, mischen Sie sich ein!“
Der Vortrag von Dr. Othmar Karas wurde mit großem Interesse aufgenommen. Im Anschluss hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit Fragen zu stellen und hierbei entwickelte sich ein reger Austausch.
Als nunmehriger Präsident des Forum Alpbach wird Dr. Othmar Karas seine langjährige Erfahrung als europäischer Parlamentarier einbringen. Am Ende seines Vortrags lädt er alle Teilnehmenden ein, am europäischen Projekt „Forum Alpbach“ teilzunehmen, Teil des Netzwerks zu werden und an dieser europäischen Denkwerkstätte mitzuwirken. https://www.alpbach.org/de/efa25
Die Worte von Dr. Othmar Karas boten wertvolle Denkanstöße und unterstrich die Relevanz der europäischen Zusammenarbeit – ein Thema, das angesichts der aktuellen globalen Entwicklungen wichtiger ist denn je, so die Euregio-Inntal-Präsidentin Barbara Schwaighofer in ihren Abschlussworten der Veranstaltung.