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Grenzüberschreitende Kooperationen vom Erhalt der landwirtschaftlichen Sortenvielfalt bis hin zu innovativen Versorgungskonzepten für Schlaganfallpatienten


Der 11. Termin des Regionalen Lenkungsausschusses (RLA) Mitte, das gemeinsame Entscheidungsgremium für Projekte der Euregio Inntal und der EUREGIO Salzburg, wurde entsprechend den aktuellen Rahmenbedingungen „online“ als Videokonferenz abgehalten. Im Zuge dieser letzten Sitzung in der INTERREG- Förderperiode 2014 – 2020 konnten insgesamt 5 Projekte genehmigt werden, womit die Mittel dieser EU-Förderung für grenzüberschreitende Projekte vollständig ausgeschöpft werden konnten.

Der Regionale Lenkungsausschuss (RLA) Mitte kam am 2.12.2020 zum letzten Mal in der INTERREG-Förderperiode 2014 – 2020 zusammen. Dabei bewilligte das Entscheidungsgremium fünf  Förderanträge für INTERREG-Kleinprojekte – ein weiteres Kleinprojekt wurde aufgrund der saisonalen Gebundenheit bereits zuvor per Umlaufbeschluss genehmigt. Die genehmigten Projekte dieser Genehmigungsrunde umfassen ein Gesamtvolumen von 116.790 €, womit nun die EU-Fördermittel im Rahmen des INTERREG-Programmes 2014-20 voll ausgeschöpft und für die Grenzraumentwicklung in der Region eingesetzt werden konnten.

Thematischer Schwerpunkt der Neu-Einreichungen war die ökologische Nachhaltigkeit. So setzt sich ein Projekt in der EUREGIO Salzburg das Ziel, das in Vergessenheit geratene Urgetreide „Binkel“, welches bis in die 1950er Jahre in Salzburger Gebirgstälern und im Chiemgau angebaut wurde, ökologisch anzubauen und durch Einbeziehung der gesamten Wertschöpfungskette bis zu den Verbrauer*innen zu etablieren. Neben diesem Beitrag zum Erhalt der landwirtschaftlichen Sortenvielfalt, widmet sich ein weiteres Projekt der Vermarktung regionaler biozertifizierter Produkte und Dienstleistungen.

Einen grenzüberschreitenden Ansatz in der Umweltbildung verfolgt das Projekt „Weihnachtswald“ in der Euregio Inntal. In einer Kooperation der Technischen Hochschule Rosenheim mit Volks- bzw. Grundschulen in Tirol und Bayern wird ein Bildungskonzept zur Bewusstseinsbildung bei Kindern über die ökologische und klimatische Schutzfunktion des alpinen Waldes umgesetzt. Die Bayerischen Staatsforsten als weiterer Projektpartner können dabei den Schüler*innen praktische Erfahrungen und damit das „Erlebnis Wald“ vermitteln.

Im Gesundheitsbereich, welcher sich in einer besonders herausfordernden Phase befindet, wird eine bayerische-tirolerische Kooperation innovative Versorgungskonzepte für Schlaganfallpatienten analysieren, um grenzüberschreitende Synergien zu nutzen. Im Kulturbereich widmet sich unter dem Titel „Rudertanz der Laufener und Oberndorfer Schiffer“ ein Projekt der Wiederaufnahme alter regionaler Traditionen. Nicht zuletzt wollen der Regionalverband Flachgau Nord und die beiden Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein gemeinsam mit einer Machbarkeitsstudie zum Aufbau sogenannter „Re-Use-Zentren“ einen kommunalen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten. Re-Use ist ein unverzichtbares Modell für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Reparieren, Wieder- und Weiterverwenden schützt unsere Ressourcen, hilft Abfälle zu vermeiden und trägt wesentlich zum Klimaschutz bei.

Das Entscheidungsgremium, bestehend aus Mitgliedern der Euregio Inntal sowie der EUREGIO Salzburg, welche den tiroler-bayerischen bzw. den salzburg-bayerischen Grenzraum vertreten, blickt auf eine erfolgreiche und produktive Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren zurück. Beiden Präsidenten der Euregios Konrad Schupfner, Alt-Bürgermeister von Tittmoning (EUREGIO Salzburg) und Prof. Walter J. Mayr (Euregio Inntal) ziehen eine positive Bilanz und sprechen sich für eine Fortsetzung der intensiven Zusammenarbeit auch in der kommenden INTERREG-Förderperiode 2021 – 2027 aus. Aktuell stehen die strategischen Ausrichtungen und damit die Weichenstellungen für die Grenzraumentwicklung in den kommenden Jahren im Zentrum der Arbeit der beiden Euregios. Die Teams der Geschäftsstellen sowie die Präsidien und Mitglieder der Euregios, welche als Vereine organisiert sind,  arbeiten unter Einbeziehung regionaler und überregionaler Entscheidungsträger und Institutionen an Zielen die in den kommenden Jahren erreicht und umgesetzt werden sollen. Das vergangene Jahr mit all seinen unvorhersehbaren Wendungen führte dabei allen beteiligten vor Augen, wie wichtig es sein wird, ausreichend offen und flexibel auf aktuelle Entwicklungen eingehen zu können.