Über 90 Teilnehmende aus Bayern und Tirol informierten sich über europäische KI-Lösungen, digitale Souveränität und praktische Anwendungen für Unternehmen und Behörden.
Rosenheim, 23. Oktober 2026 – Unter dem Titel „KI und digitale Souveränität für Unternehmen und Behörden“ lud die Euregio Inntal in Kooperation mit der Technischen Hochschule Rosenheim zu einem grenzüberschreitenden Vortragsvormittag ein. Mehr als 90 Teilnehmende aus Bayern und Tirol folgten der Einladung und nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz zu informieren und miteinander zu vernetzen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen insbesondere mittelständische Unternehmen, Gemeinden und Behörden aus der bayerisch-tirolerischen Grenzregion. Ziel war es, einen praxisnahen Wissenstransfer zu ermöglichen und aufzuzeigen, welche Chancen europäische, digital souveräne KI-Lösungen bieten und welche Herausforderungen bei ihrem Einsatz zu berücksichtigen sind.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch die Vizepräsidentin der Technischen Hochschule Rosenheim, Frau Prof. Dr. Sabine Ittlinger, die die Teilnehmenden herzlich willkommen hieß. Sie zeigte sich erfreut darüber, dass die TH Rosenheim als Ort des grenzüberschreitenden Wissensaustausches zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung dienen konnte.
Im Anschluss begrüßte Christoph Schneider, Finanzreferent der Euregio Inntal und erster Bürgermeister der Gemeinde Neubeuern, die Anwesenden. Er freute sich besonders über die große Bandbreite der Teilnehmenden aus unterschiedlichen Bereichen und unterstrich die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und des gemeinsamen Kompetenzaufbaus im Bereich der künstlichen Intelligenz. Gerade für Gemeinden und mittelständische Unternehmen sei es entscheidend, sich frühzeitig mit den Chancen und Herausforderungen dieser Technologien auseinanderzusetzen. Der gemeinsame Wissensaufbau und die Vernetzung über die Landesgrenzen hinweg seien wichtige Beiträge zur Stärkung des Wirtschaftsraumes Bayern–Tirol.
Digitale Souveränität als gemeinsamer Gestaltungsauftrag
Den fachlichen Auftakt bildete eine spannende Keynote von Prof. Dr. Christopher Jud von der TH Rosenheim. Unter dem Blickwinkel „KI als Chance – Abhängigkeit als Risiko“ beleuchtete er die Potenziale künstlicher Intelligenz, machte aber zugleich auf die Risiken technologischer Abhängigkeiten aufmerksam. Digitale Souveränität sei dabei nicht nur eine technische Frage, sondern ein gemeinsamer Gestaltungsauftrag für Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Staat.
Im Anschluss folgten zahlreiche praxisorientierte Beiträge von Expertinnen und Experten aus Bayern und Tirol. Dr. Juliane Sigl und Prof. Karsten Böhm von der FH Kufstein Tirol gaben Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Anwendungsmöglichkeiten. Anton Spöck von der Firma innFactory stellte eine souveräne Cloud-Lösung aus Deutschland für Europa vor.
Weitere Impulse aus der Unternehmenspraxis lieferten Fritz Fahringer, Geschäftsführer von Valtyrol, Daniel Hinderink von TechDivision sowie Manuel Diwosch von klickbeben. Sie zeigten unterschiedliche Perspektiven auf den Einsatz künstlicher Intelligenz und die damit verbundenen Fragen der digitalen Unabhängigkeit auf.
Den Abschluss der Fachvorträge bildete ein Beitrag von Dr.-Ing. Dirk Gernhardt zur digitalen Souveränität und zum Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Landeshauptstadt München. Damit wurde auch die Perspektive einer großen öffentlichen Verwaltung in die Diskussion eingebracht.
Großer Wissensbedarf und reger grenzüberschreitender Austausch
Besonders auffällig war das große Interesse des Publikums: Zahlreiche Fragen und angeregte Diskussionen während der Vorträge machten deutlich, wie hoch der Informations- und Austauschbedarf rund um KI und digitale Souveränität derzeit ist. Auch die Pausen und das gemeinsame Get-together wurden intensiv genutzt, um Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und mögliche Kooperationen anzustoßen.
Die Veranstaltung wurde von Esther Jennings, Geschäftsführerin der Euregio Inntal, und Martin Kohn, Innovationsmanager der TH Rosenheim, moderiert. Zum Abschluss bedankten sich beide herzlich bei den Referentinnen und Referenten sowie bei allen Teilnehmenden für die spannenden Beiträge, die zahlreichen Fragen und den lebendigen grenzüberschreitenden Austausch.
Mit über 90 Teilnehmenden und der großen Resonanz zeigte die Veranstaltung eindrucksvoll, wie wichtig der gemeinsame Wissenstransfer zwischen Bayern und Tirol gerade bei Zukunftstechnologien ist. Die Euregio Inntal möchte mit solchen Veranstaltungen dazu beitragen, Kompetenzen in der Region zu bündeln, neue Netzwerke aufzubauen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung weiter zu stärken.
Die Veranstaltung wurde mit Mitteln des Interreg-Programms Bayern–Österreich gefördert.
STIMMEN ZUR VERANSTALTUNG:
Christoph Schneider, Finanzreferent der Euregio Inntal und Erster Bürgermeister von Neubeuern:
„Gerade im Hinblick auf Datenschutz und Krisensicherheit ist es wichtig, dass sich Gemeinden und Behörden intensiv mit dem sicheren Einsatz künstlicher Intelligenz auseinandersetzen und gleichzeitig die Möglichkeiten digitaler Souveränität kennenlernen und nutzen. Der grenzüberschreitende Wissenstransfer zwischen Bayern und Tirol ist dabei besonders wertvoll, denn durch den Austausch von Erfahrungen und Kompetenzen können wir gemeinsam unsere Region stärken und zukunftsfit machen.“
Prof. Dr. Christopher Jud, Fakultät für Informatik TH Rosenheim
Zwischen dem 12. und dem 30. Juni 2026 war der Zugang zu zwei der leistungsfähigsten KI-Modelle der Welt für 18 Tage gesperrt — nicht wegen eines Defekts, sondern per staatlicher Anordnung. Das ist die eigentliche Lehre: Zugang zu kommerzieller Technologie ist jederzeit widerrufbar.
Digitale Souveränität heißt nicht, alles selbst zu bauen. Sie heißt, dass ein Widerruf nicht das eigene Handeln beendet. Genau das ist entscheidungsreif — bei der nächsten Architekturentscheidung, bei der nächsten unternehmerischen Weichenstellung und letztendlich bei der nächsten Beschaffung. Nicht im nächsten Strategiepapier.“
Dr. Ing. Dirk Gernhard, Digitale Souveränität und KI bei der Landeshauptstadt München
„Den Innovationsschub von KI mitzunehmen und gleichzeitig souverän zu bleiben, das ist die Herausforderung. Eine durchdachte IT-Architektur erhält die Wechselfähigkeit und ermöglicht die Wahl der richtigen Modelle.“
Teilnehmerin bei der Veranstaltung: Elfriede Klingler, Geschäftsführerin des Regionalmanagements Kitzbüheler Alpen:
„Ich konnte aus dieser Veranstaltung sehr viel mitnehmen. Sie hat mich darin bestärkt, die Chancen und Vorteile künstlicher Intelligenz aktiv zu nutzen. Besonders beeindruckt hat mich, wie viel Kompetenz zu diesem Thema bereits in unserer Region vorhanden ist. Gleichzeitig bot die Veranstaltung eine hervorragende Gelegenheit, wertvolle Kontakte zu knüpfen und kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner kennenzulernen – gerade auch im Hinblick auf Datensicherheit und die rechtlichen Rahmenbedingungen beim Einsatz von KI. Dieser Austausch ist für unsere tägliche Arbeit besonders wertvoll


