Euregio informiert sich über die Beschäftigungssituation im bayerischen Tiroler Grenzraum mit Schwerpunkt Migration

29. Februar 2024

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Neben vielen Projekten beschäftigte sich die Euregio Inntal diesmal mit der Arbeitsmarktsituation im Euregio Inntal Raum, im Fokus dabei die Beschäftigung mit Migrationshintergrund.

Der Stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser vom Landkreis Traunstein hatte die Präsidiumsmitglieder diesmal in die Gemeinde Ruhpolding geladen.Der Erste Bürgermeister Justus Pfeifer begrüßte die Präsidiumsmitglieder und hob in seinen Grußworten die Besonderheiten Ruhpoldings hervor, insbesondere die Wintersportveranstaltungen, allen voran durch das Biathlon, durch die Ruhpolding inzwischen internationale Bekanntheit erlangt hat, außerdem das Erlebnis- und Wellnessbad Vita Alpina sowie die Bergbahnen.

Im Mittelpunkt der Sitzung standen die Vorträge des langjährigen Präsidiumsmitglied Margit Exenberger und ehemaligen Leiterin des Arbeitsmarktservice wie auch von dem neuen Leiter der Agentur für Arbeit in Traunstein, Michael Vontra.

Margit Exenberger zeigte mit ihrer Präsentation auf: Die Arbeitskräftenachfrage und die Beschäftigtenzahl war 2023 auch in Tirol auf Rekordniveau. Noch nie haben so viele Menschen in Tirol gearbeitet. Jede vierte Arbeitskraft hat nicht die österreichische Staatsbürgerschaft. Eine gezielte Zuwanderung sichert den Wirtschaftsstandort. 60% der Beschäftigten im Tourismus sind im Tourismusland Tirol keine Österreicher_innen. Ähnlich verhält es sich in den Branchen Landwirtschaft, Gesundheit und Pflege (Beispiel: 24 Stunden Pflege) in der Logistik (Beispiel: Paketzustellung), Lebensmittelerzeugung und am Bau.

Michael Vontra beleuchtete hingegen die Situation der bayerischen Seite, insbesondere in Traunstein und führte in seinem Vortrag aus: „Deutschland und der Agenturbezirk Traunstein braucht Migration um Personalengpässen entgegenzuwirken. Knapp ein Fünftel (ca. 40.000) der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (ca. 200.000) wird durch zugewanderte Personen aus dem Ausland getragen. Zum weiteren Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung müssen alle Potentiale der schon zugewanderten Personen genutzt werden. Ebenso bedarf es aber auch der Bereitschaft seitens der Arbeitgeber, Personen mit geringeren Sprachkenntnissen und ggf. nachzuholender Qualifizierung eine Chance zu geben. Wir als Agentur für Arbeit können hierzu vermitteln/beraten und die Integration in Beschäftigung begleitend fördern.“ 

Beide Vorträge machten verständlich, dass Migration auch einen gewichtigen Faktor für die heimische Wirtschaft darstellt, so Euregio Präsident Christoph Schneider. Weiters führt Präsident Schneider aus, dass es enorm wichtig ist das Thema Migration in Bezug auf den Arbeitsmarkt zu versachlichen und mit Zahlen zu arbeiten. „Wir führen die Diskussion in der Öffentlichkeit zum Teil völlig falsch“, so der Präsident. Es wird viel zu viel über Migranten in Zusammenhang mit Sozialleistungen gesprochen, nicht aber darüber, dass viele Branchen ohne diese gar nicht mehr funktionieren würden“.

Im weiteren Verlauf der Sitzung stellen Präsident Schneider rund GF Esther Jennings die aktuellen Interreg Projekte vor. Die Bandbreite ist wieder groß, so wird eine grenzüberschreitenden Almführerausbildung gefördert, mit dem Kufsteinerland als Leadpartner, das erfolgreiche Business Speeddating wird fortgesetzt, ein Projekt rund um Passivhausbau uvm.  Vizepräsidentin Barbara Schwaighofer berichtete von dem neuen Euregio Projekt: Miteinander aktiv, welches sich an die Zielgruppe SeniorInnen aus unserer Grenzregion richtet und am 7. Mai 2024 mit einer grenzüberschreitenden Veranstaltung in Kufstein startet. Weiters ist am 17. Mai 2024 ein grenzübergreifender Gemeindetag Bayern Tirol in der Gemeinde Scheffau geplant

Das Euregio Team freut sich derzeit über viele Projektansuchen und berät gerne bei Interesse in der Geschäftsstelle Kufstein, online wie auch Telefon sich zur Interreg Förderungen.www.euregio-inntal.com

 

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